Neurotheologie:
Neurotheologie ist ein Schlagwort für Versuche, religiöser Phänomene neurophysiologisch zu erklären.
Experimente, in denen mit von außen angelegten magnetischen Feldern (Transkranielle Magnetstimulation TMS) bei 80 Prozent der Probanden das Gefühl der Präsenz einer „höheren Wirklichkeit“ erzeugt werden konnte, machten den kanadischen Neurologen Michael Persinger bekannt.
Viele seiner religiösen Probanden sprachen davon, von Gott berührt worden zu sein, Atheisten dagegen von einer gefühlten Verbundenheit mit dem Universum.
Bildgebende Verfahren setzte Andrew Newberg von der University of Pennsylvania ein, um der Meditationserfahrung neurowissenschaftlich näher zu kommen. Die Ergebnisse bezog er in neurobiologisch begründbare Theorien zur Bildung von Mythen und Ritualen ein.
Mario Beauregard fand das mehr Gehirnregionen an Meditationen beteiligt als Newberg angenommen hatte.
Vereinzelt zu beobachten sind Versuche religiöser Deutungen neurobiologischen Geschehens, etwa bei Laurence McKinneys Buch Neurotheology, das sich um eine neurologische Legitimation des Buddhismus bemüht oder der Vermutung, die stimulierbaren Regionen des Gehirns seien ein Art „Mailbox Gottes“, durch die der Heilige Geist Gottes dem Menschen, der betet, seine Antworten und Informationen in Form von Eingebungen und Erleuchtungen zukommen lässt.
In Deutschland beteiligte sich vor allem Detlef Linke an der Debatte, auch mit populärwissenschaftlichen Büchern (Religion als Risiko) und Vorträgen.
In der populären Mem-Theorie, die auf den Biologen Richard Dawkins zurückgeht, wird angenommen, Religion folge aus einer Invasion des biologischen Gehirns durch Meme.
in einer Doppelblind-Studie von Pehr Granqvist mit Magnetfeldstimulationen nach Persinger zeigte sich, dass Probanden, deren Helme nicht aktiviert waren, genauso häufig von spirituellen Erlebnissen berichteten wie jene, deren Helme aktiv waren.
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