GESUNDHEIT:
Gesundheit des Menschen ist laut Weltgesundheitsorganisation
„ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“
(„Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“)
Für eine umfassende Bestimmung von Gesundheit und Krankheit sind folgende Aspekte von Bedeutung (orientiert an dem salutogenetischen Ansatz von Antonovsky):
Gesundheit und Krankheit sind beobachterabhängige Konstrukte, wobei sich die Beobachtung von Gesundheit und Krankheit durch soziale Systeme wie die Medizin oder die Wissenschaft von der Beobachtung durch das Individuum unterscheiden kann (objektivierende vs. subjektivierende Sicht).
Die Beobachtung von Gesundheit und Krankheit erfolgt ausschließlich anhand von (körperlichen, psychischen und sozialen) Symptomen. Gesundheit und Krankheit sind demnach für sich nicht empirisch fassbar; sie entsprechen Konzepten, mit welchen die Symptome erklärt werden.
Gesundheit ist die korrekte Ausführung aller physischen und psychischen Funktionen eines Lebewesens. Man kann zwischen physischer und psychischer Gesundheit/Krankheit unterscheiden.
Die Positionierung auf dem Kontinuum wird primär durch das Vorhandensein/die Absenz von physischen und psychischen Krankheiten bestimmt.
Das Auftreten dieser Krankheiten wird unter anderem beeinflusst durch Risikofaktoren (Stressoren), welche die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten und Verletzungen erhöhen und Schutzfaktoren, welche die Wirkung der Risikofaktoren beschränken.
Die Risiko- und Schutzfaktoren können in physische, psychische, soziale und physikalisch-materielle Faktoren unterteilt werden.
Durch die Bekämpfung der Risikofaktoren und die Förderung der Schutzfaktoren wird die Chance für das Auftreten neuer Krankheiten verringert und die Positionierung auf dem Kontinuum verbessert oder erhalten.
Wenn sich durch die Verminderung von Risikofaktoren und die Förderung von Schutzfaktoren das Wohlbefinden des Individuums verbessert, kann sich seine Positionierung auf dem Kontinuum in Richtung Gesundheit verschieben.
Faktoren für ein gesundes Leben:
Körperliche Faktoren
genetische Faktoren
gesunde Nahrung: Obst, Gemüse, Milch, Kartoffeln, Hülsenfrüchte etc.
gesunde natürliche Umwelt: Luft, Wasser, Boden, Licht etc.
gesicherte geschaffene Umwelt: Kleidung, Unterkunft, Wärme, Schutz vor Gefahren
ausreichende körperliche Betätigung (Sport, Spiel, Arbeit), aber keine extremen Überanstrengungen
genug Schlaf, Zeiten der Ruhe und Erholung, keine Hetze
Entspannung und emotionale Ausgeglichenheit (siehe auch unten)
eine erfüllte Sexualität mit sich oder einem bzw. mehreren anderen Menschen, oder dessen gelungene Sublimation
intakte soziale Beziehungen z. B. ein Freundeskreis und gute Beziehungen zu Arbeitskollegen
der Gesundheit förderliche Arbeitsbedingungen, keine dauernde Über- oder Unterforderung.
Seelisch-geistige Faktoren
Geliebt sein und selbst lieben können:
Lebenspartner, Kinder, Familie, Mitmenschen
Freundlichkeit, Kontaktfähigkeit, soziale Kompetenz
Selbstachtung, Selbstvertrauen:
Erfolg und Anerkennung: Bestätigung, Arbeitsklima, Kritik und Lob (Feedback).
Sicherheit: Gefühl der Geborgenheit, Religion bzw. Lebenssinn
Mindest-Sicherheit, die Nahrung, die Kleidung, das Wohnen betreffend
Sicherheit der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
doch gewisse Spannung ist notwendig, sonst versinkt man in Lethargie.
Freiheit:
Gestaltungsmöglichkeiten, auch für das eigene Leben; lohnende Ziele
Möglichkeit zur Artikulation, Gedankenfreiheit, Redefreiheit
Berufs- und Partnerwahl
Kreativität: schöpferische Betätigung und Spiel.
Verbundenheit:
zum Partner, zu Freunden und zu anderen
Konfliktfähigkeit und Bereitschaft zur Versöhnung
Erlebnisse mit Erinnerungswert.
Faktoren der sozialen Ungleichheit
Privilegierte Schichten sind in Deutschland eindeutig gesünder und haben eine längere Lebenserwartung als Menschen, die über geringere Bildung, Einkommen und Berufsstatus verfügen.
Die Gründe dafür liegen (nach Mielck, 2005, S. 53) in
Unterschieden in den gesundheitlichen Belastungen (z. B. Belastungen am Arbeitsplatz)
Unterschieden in den Bewältigungsressourcen (z. B. soziale Unterstützung)
Unterschieden in der gesundheitlichen Versorgung (z. B. Arzt-Patient-Kommunikation).
Diese Faktoren führen wiederum zu
Unterschieden beim Gesundheits- und Krankheitsverhalten (z. B. Ernährung, Rauchen).
und insgesamt zu einer gesundheitlichen Ungleichheit (Unterschiede in der Mortalität und Morbidität). Faktoren für ein gesundes Leben sind also auch sozialpolitischer Art.
Aus Wikipedia:
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