Perfektionismus
Perfektionismus ist ein psychologisches Konstrukt, das versucht, interpersonelle Differenzen bezüglich des Strebens nach möglichster Perfektion und Fehlervermeidung zu erklären. Eine einheitliche Definition existiert nicht, stattdessen wurden durch die einzelnen Forschergruppen zahlreiche Facetten des Konstruktes herausgearbeitet.
Einigkeit besteht darin, dass Perfektionismus im Wesentlichen als ein Konstrukt mit Ausprägungen auf zwei Dimensionen aufgefasst werden kann: Perfektionistisches Streben und perfektionistische Besorgnis.
Die Dimension des perfektionistischen Strebens fasst u.a die Eigenschaften hohe persönliche Standards zu verfolgen und Organisiertheit zusammen.
Die Dimension der perfektionistischen Besorgnis umfasst u.a. die Eigenschaften des Leistungszweifelns und Fehlersensibilität und aber auch Bewertungsängstlichkeit, besonders durch Eltern.
Dabei wird ein Perfektionismus mit einer hohen Ausprägung auf der Dimension des perfektionistischen Strebens und aber eine niedrige Ausprägung auf der Dimension der perfektionistischen Besorgnis als gesunder oder funktionaler Perfektionismus bezeichnet, wogegen eine hohe Ausprägung auf beiden Dimensionen mit einem ungesunden oder dysfunktionalen Perfektionismus in Zusammenhang gebracht wird.
Es konnte ein Zusammenhang hergestellt werden zwischen dem Streben und positiven Empfindungen sowie einem hohen Selbstwertgefühl, im Besonderen bei der Bewältigung anspruchsvoller Aufgaben und ein Zusammenhang zwischen Besorgnis und negativen Affekten sowie Depressionen.
Des Weiteren wurden dysfunktionale Facetten des Perfektionismus mit klinischen Störungsbildern wie Alkoholismus, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Depression, Angst- und Zwangsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen sowie Selbstmordgedanken in Verbindung gebracht.
Personen mit funktionaler Ausprägung des Perfektionismus begegnen Stress mit aktiven Copingstrategien, wodurch sie ihr Stresserleben reduzieren und positive Verstärkung erfahren, was zum Einen zu positiver Befindlichkeit führt und zum Anderen zu einer geringeren Anfälligkeit für psychische Störungen.
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